Beschicker-Pflicht für Bundesfernstraßen

Seit dem 01.01.2015 wird der Einsatz von Beschickern für Baumaßnahmen auf Bundesfernstraßen als

…Standard in den Vergabeunterlagen gefordert.

Zitat „Die Lebensdauer des Straßenoberbaus ist von unterschiedlichen Randbedingungen abhängig. Hierzu zählen insbesondere auch ein qualitativ hochwertiger Einbauprozess sowie die sichere Einhaltung von Anforderungen aus dem technischen Regelwerk an den Baustoff Asphalt bis zur Fertigstellung des gebundenen Oberbaus“.

Straßenbaustelle

Nach der „Einsatzankündigung von Maßnahmen zur Steigerung der Asphalteinbauqualität“ ist hierfür folgende stufenweise Vorgehensweise vorgesehen:

– Stufe 1 (ab 01.01.2015 – 31.12.2016)

Einbau von Asphaltschichten (Asphaltdeck- und Asphaltbinder-Schichten sowie ggf. bei Asphalttragschichten (zur berücksichtigen ist insbesondere die hohe Asphaltmischgut-Menge und die hieraus entstehende erhöhte Transport-/Einbaulogistik in Kombination mit den Randbedingungen der jeweiligen Straßen-Baustelle)) mit einer zusammenhängenden Asphaltfläche der jeweils einzubauenden Schicht von größer 18.000m².

– Stufe 2 (ab 01.01.2017)

Einbau von Asphaltschichten (Asphaltdeck- und Asphaltbinder-Sschichten und ggf. bei Asphalttragschichten (zur berücksichtigen ist insbesondere die hohe Asphaltmischgut-Menge und die hieraus entstehende erhöhte Transport-/Einbaulogistik in Kombination mit den Randbedingungen der jeweiligen Baustelle)) mit einer zusammenhängenden Asphaltfläche der jeweils einzubauenden Schicht von größer 6.000 m².

Weiter heißt es:

Beurteilungskriterien, ob die Verwendung von Beschickern erfolgen kann.

Straße, Asphalt, DeckeDie vorgesehenen Baufeldbreiten und -längen sind maßgeblich für die Einsatzmöglichkeit der Geräte, so dass bei der Ausschreibung Gerätebreiten zwischen 3,0 m und 3,70 m (ohne Arbeitsraumbreite) zu berücksichtigen sind. In Ortsdurchfahrten soll daher zunächst auf den Einsatz von Beschickern verzichtet werden, die Verwendbarkeit bei halbseitiger Bauweise ist unter Berücksichtigung der verbleibenden Restbreiten zu prüfen. Bei Nebenflächen wie Parkplätzen, Anschlussstellen sowie kurzen Aufweitungen der durchgehenden Fahrbahn oder Mittelstreifen-Überfahrten kann auf de Einsatz eines Beschickers verzichtet werden.

Die Einsatzankündigung von Maßnahmen zur Steigerung der Asphalteinbauqualität“ beschreibt:

Punkt 3.2Einsatz von Übergabegeräten (Beschicker)

Beschicker
Beschicker

Während des Transports von der Asphaltmischanlage bis zur Entladung auf der Baustelle entstehen im Asphaltmischgut transportbedingte Abkühlungs- und Entmischungsbereiche. Des Weiteren verursachen die direkten Beladungsvorgänge des Straßenfertigers über den Kontakt mit dem Transportfahrzeug Anfahrstöße (Unebenheiten in der jeweils frisch eingebauten Schicht) und, bedingt durch das Wechselspiel LKW/Straßenfertiger, Unterbrechungen des kontinuierlichen Einbauprozesses (Abkühlung), die die Qualität der fertigen Asphaltschicht negativ beeinträchtigen.

Um diese Effekte zukünftig zu vermeiden, wird die Herstellung von Asphaltdeck-, Asphaltbinder- und Asphalttragschichten mit Beschicker-Fahrzeugen durchgeführt. Am eingesetzten Beschicker bzw. im verwendeten Einbauzug (Beschicker und Straßenfertiger) muss mindestens die Zwischenspeicherung einer kompletten LKW-Ladung Asphaltmischgut (z.B.mit Hilfe einer Bunkereinheit) möglich sein, um den Einbauprozess kontinuierlich durchführen zu können und den Materialstrom durch die Entladevorgänge nicht zu unterbrechen.

Punkt 4.2 „Vertragliche Umsetzung“

Beim Einsatz von Beschickerfahrzeugen ist dem AG vor Baubeginn ein Einbau-/ Logistikkonzept vorzulegen, welches die Grundlage für die Planung eines kontinuierlichen Einbauprozesses darstellt. Dieses muss mindestens folgende Angaben enthalten:

-Angabe des Asphaltmischwerkes / der Asphaltmischwerke (Betreiber, Ort, Nummerdes Eignungsnachweises, einfache Entfernung zwischen Asphaltmischwerk(en) und Baustelle, vorgesehene Liefermengen)

-Angabe eines Asphaltmischwerkes für Ersatzlieferungen im Bedarfsfall (wenn beiMaßnahmen mit festen Einbau-Zeitfenstern der Ausfall eines Asphaltmischwerkszwingend vermieden werden muss (beispielsweise beiVollsperrung einer BAB für den Einbau in voller Breite))

-Umlaufplan zur Anlieferung des Asphaltmischgutes

-Angaben zur eingesetzten Einbau- und Verdichtungs-Technik (inkl. Beschicker)

-Angaben zur Thermoisolation der Mulden und Dokument ation der Temperaturmessung am Transportfahrzeug (Systembeschreibung der verwendeten Messeinrichtungund Datenaufzeichnung, Vorlage des Herstellerzertifikats zur Thermoisolation)

Der Umlaufplan zur Anlieferung des Asphaltmischgutes muss mindestens folgende Angaben enthalten:

-vorgesehene Einbaumenge je Asphaltmischgutart pro Zeiteinheit

-geplante Umlaufzeit der Transportfahrzeuge von der Beladung (Asphaltmischwerk)bis zur Entladung (Baustelle) unter Berücksichtigung der unteren Grenzwerte für die Asphaltmischguttemperatur bei Übergabe in den Beschicker (ZTV Asphalt-StB, Tabelle5)

-Anzahl der eingesetzten Transportfahrzeuge sowie ggf. vorgesehene Kennzeichnung der Transportfahrzeuge (z.B. beim Einbau von Kompaktasphalt zur Vermeidung von Verwechslungen)

-Anzahl der geplanten Umläufe

-Geplante Maßnahmen zur Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Einbauprozessesbei Störungen im Logistikkonzept.Im Leistungsverzeichnis ist für jede mit Beschickereinzubauende Asphaltschicht, der bereitsim Standardleistungskatalog für den Straßen- und Brückenbau (STLK) enthaltene Folgetext Einbau mit Beschicker“ auszuwählen