Leisere Straßen mit Flüster-Asphalt

Der Straßenverkehr stellt die stärkste Quelle für Lärmbelastungen in Deutschland dar. Trotz einzelner Erfolge wie die Geräuschminderung an Kraft- und Nutzfahrzeugen wurde infolge der ständig zunehmenden Verkehrsbelastung, die Gesamtlage nur geringfügig besser.

Durch die richtige Wahl des Fahrbahnbelags lässt sich der Verkehrslärm, vor allem das Abrollgeräusch der Reifen, erheblich reduzieren. Mit offenporigen Asphaltdeckschichten können so Lärmminderungen von 5 bis 10 Dezibel erzielt werden.

FlüsterAsphalt

Aufgrund des hohen Anteils von grober Gesteinskörnung und dem damit hohen Gehalt an Hohlräumen wird eine Asphaltdeckschicht erreicht, welche den Verkehrslärm genau dort reduziert, wo er entsteht. Allerdings lässt die lärmmindernde Wirkung mit der Zeit nach, da je nach Verkehrsdichte (etwa sechs bis acht Jahren) die Poren durch Straßenschmutz und Reifenabrieb verstopfen und somit keinen Schall mehr absorbieren können. Da eine Reinigung der Poren noch nicht möglich ist, werden zurzeit verschiedene Lösungsansätze, wie z.B. abweisende Schichten erprobt.

Bereits seit 2001 arbeiten daher verschiedene Partner aus Forschung und Industrie gemeinsam in den Verbundprojekten „Leiser Straßenverkehr“ an einer Reduzierung des durch den Straßenverkehr induzierten Lärms. Zwei dieser Projekte wurden bereits erfolgreich abgeschlossen und seit Dezember 2010 werden die Arbeiten im Verbundprojekt „Leiser Straßenverkehr 3“ (LeiStra3) fortgesetzt. Das Projekt wird durch die BAST koordiniert und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) mit rund fünf Millionen Euro gefördert. Forschungsvorhaben, die sich speziell mit der Weiterentwicklung leiser Fahrbahnoberflächen befassen, und der Bau von Erprobungsstrecken werden durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstützt.

In LeiStraA3 werden verschiedene Forschungsideen verfolgt, die die Geräuschemission an der Lärmquelle, das heißt in der Kontaktfläche von Reifen und Fahrbahn, reduzieren. Diese Forschungsansätze werden in insgesamt zehn aufeinander abgestimmten Teilprojekten interdisziplinär bearbeitet. Im Rahmen des Verbundprojektes werden Maßnahmen zur nachhaltigen Reduzierung des Straßenverkehrslärms in Ballungsräumen entwickelt.

Neuartige Technologien, innovative Materialien und das Simulationsmodell SPERoN® kommen zur Anwendung. Die Vorhaben werden von Industriepartnern, Universitäten und Forschungsinstituten in interdisziplinärer Kollaboration bearbeitet.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) fördert die Forschungsarbeiten mit rund fünf Millionen Euro.

18 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickelten unter Projektleitung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) effektive Lösungen für eine dauerhafte Reduzierung des Straßenverkehrslärms.  Die Abschlussveranstaltung fand am 24. Juni 2014 im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München statt. Eine begleitende Fachausstellung, die Ergebnisse aus zehn Jahren interdisziplinärer Forschung der gesamten Verbundprojekte präsentierte, war dort bis zum 31. August 2014 zu sehen und zu hören.

Der heute übliche Einbau erfolgt mit zwei Lagen offenporigen Asphalts. Die untere Schicht mit einer Körnung von 0/16 und die oberer Schicht mit einer Körnung von 0/8, bei einer Verdichtung von größer gleich 97,0 % und einen Hohlraumgehalt von 22,0 bis 28,0 Vol.-%.