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Aktionsplan gegen Hitze-„Blow-Ups“

Hitze Blow-Up, Straßenschäden, Autobahn, ADAC
Durch regelmäßige Kontrollen von Autobahnen werden Schäden schnell erkannt und umgehend repariert. Seit dem Startschuss wurden zahlreiche konkrete Maßnahmen umgesetzt, die in diesem Sommer fortgesetzt werden sollen, so Umweltminister Dobrindt .

Bundesminister Alexander Dobrindt:

„Wir gehen konsequent gegen Hitzeschäden auf unseren Autobahnen vor. Dafür habe ich einen Aktionsplan aufgelegt. Wir verstärken die Kontrollen mit dem Beginn der Hitzeperiode. Spezielle Messfahrzeuge der Bundesanstalt für Straßenwesen untersuchen, wo die Gefahr von Blow-ups am höchsten ist. Alle Schäden werden umgehend repariert“.

1. Stärkere Kontroll- und Messfahrten
Maßnahmen 2014
  • Die Straßenbauverwaltungen der Länder haben an betroffenen Stellen verstärkte Kontrollfahrten durchgeführt und die Betondecken überprüft.
  • Dobrindt, Hitze Blowe Up, Straßenschäden
    Dobrindt mit Messfahrzeug, Quelle: BMVI

    Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat eigene Messfahrten mit eigens dafür aufgerüsteten Fahrzeugen durchgeführt. Dabei wurden Abschnitte in Bayern (A3, A92, A93, insgesamt rund 455 km), Rheinland-Pfalz (A1, A3, A6, A63; insgesamt 160 Kilometer) und Sachsen-Anhalt (A14 und A9; insgesamt rund 25 Kilometer) im Zusammenhang mit Messfahrten begutachtet.

Maßnahmen 2015
  • Verstärkte Kontroll- und Messfahrten mit Beginn der Hitzeperiode in diesem Sommer durch die Straßenbauverwaltungen der Länder.
  • Der BASt stehen 4 Messfahrzeuge mit unterschiedlicher Ausstattung für Messungen zur Verfügung, die je nach Aufgabenstellung nach Bedarf eingesetzt werden.

    Vorteile:

  • Vor-Ort-Begehungen werden ergänzt oder ersetzt.
  • Mithilfe optischer Systeme werden Schäden an der Oberfläche der Fahrbahn entdeckt.
  • Die Wirksamkeit von baulichen Maßnahmen, z. B. „Entspannungsbereichen“ wird anhand der Messwerte analysiert.
  • Mithilfe der Daten werden bauliche Sofortmaßnahmen eingeleitet, z. B. Reparaturen mit Asphalt
  • Vorsorgliche Geschwindigkeitsbeschränkungen an betroffenen Stellen durch die Länder. Nach Kenntnis BMVI derzeit in Abschnitten in Bayern auf den BAB A3, A92 und A93.
2. Schnelle Instandsetzung
Maßnahmen 2014
  • Hitzeschäden auf der A3, A92 und A93 in Bayern sowie Abschnitte in den Ländern Brandenburg auf der A2 Nordrhein-Westfalen auf der A57 und Sachsen-Anhalt auf der A9 wurden instandgesetzt. Auf den am stärksten betroffenen Strecken in Bayern wurden mehr als 1000 Stellen mithilfe von Bohrungen untersucht. Auf der A3 zwischen Straubing und Deggendorf wurden alle 400 Meter sog. Entspannungsbereiche in Asphaltbauweise angelegt.

    Beton, Straße, Bau, Blow-Up
    Beton-Raumfuge
  • Auf der A92 wurden an vier Schwerpunkten auf insgesamt 19 Kilometer Raumfugen eingefügt. Auf der A93 wurde die Fahrbahndecke durch Beseitigung schadhafter Stellen saniert.

Maßnahmen 2015

  • Die Länder wurden vom BMVI aufgefordert, konsequent Verdachtsstrecken für Hitzeschäden in ihre Erhaltungsprogramme einzubeziehen. Diese Strecken sind grundlegend zu sanieren, z. B. indem die alten dünneren Betondecken ausgetauscht werden.
  • In Rheinland-Pfalz werden für Abschnitte der A1, A3, A6 und A63 bauliche Maßnahmen zur Vermeidung von Hitzeschäden vorbereitet. Die Untersuchungen sollen 2015 abgeschlossen sein.
  • Es werden Verfahren entwickelt, mithilfe von Betonfertigteilen sog. Entspannungsbereiche einzurichten. Sie sollen in Pilotprojekten erprobt werden. Im Rahmen eines Forschungsprojektes soll untersucht werden, ob und wie als Sofortmaßnahme provisorisch in Asphalt hergestellte Entspannungsbereiche durch zu entwickelnde Fertigteile aus Beton dauerhaft ersetzt werden können. Gleichfalls soll untersucht werden, ob und wie Entspannungsbereiche unmittelbar, schnell und dauerhaft mit Fertigteilen aus Beton hergestellt werden können. Die Pilotversuche werden noch in diesem Jahr starten.
  • Die im vergangenen Sommer eingefügten Asphalt-Entspannungsbereiche auf der A3 werden regelmäßig überprüft und bei möglichen Aufwölbungen infolge von Ausdehnungen der Betonplatten geglättet.
  • Im Rahmen der Erhaltungsmaßnahmen wird die grundhafte Erneuerung der Betonfahrbahnen der A3 vorgenommen. Die Erneuerung des Bereichs Regensburg – Straubing ist abgeschlossen. Die Erneuerung zwischen Straubing und Deggendorf ist derzeit in Bau wird bis 2017 abgeschlossen. Die Erneuerung Deggendorf – Iggensbach soll bis 2018 abgeschlossen werden. Im Weiteren bis zur Landesgrenze bei Suben wurde die Betondecke nahezu vollständig mit Asphalt überbaut. Auch dort soll abschließend die eigentliche Oberbauerneuerung erfolgen.
3. Wissenschaftliche Begleitung

Eine Expertengruppe zum Thema „Bekämpfung der Hitzeschäden“ ist im Einsatz. Sie besteht aus Vertretern der BASt, der bayerischen und weiterer Straßenbauverwaltungen, der TU München und externer Ingenieurbüros

Unter Federführung der TU München wurde ein „Leitfaden zum Umgang mit Hitzeschäden an Betonfahrbandecken“ erarbeitet. Er wurde den Ländern zur Anwendung zur Verfügung gestellt.

Um Hitzeschäden systematisch zu dokumentieren wurde ein Formblatt erarbeitet und den Straßenbauverwaltungen der Länder zur Anwendung zur Verfügung gestellt.

Alle Hitzeschäden werden zentral bei BASt erfasst und ausgewertet. Dazu wurden für die Länderbehörden zur verwaltungsinternen Kommunikation eine Telefonbereitschaft und eine eigene Email-Adresse eingerichtet.

Die BASt untersucht hierzu eine entsprechende Sensorik und Messtechnik. Ein Pilotversuch soll zusammen mit der Straßenbauverwaltung Bayern durchgeführt werden. Darauf aufbauend soll in einem Forschungsvorhaben Systeme in der Praxis entwickelt werden. Ein Demonstrator mit Sensorik zur Erfassung von Spannungszuständen wurde bereits im Dezember 2014 auf der A92 Nähe Freising aufgebaut. Die Daten werden gesammelt und dann ausgewertet. Das dazugehörige Forschungsvorhaben wird zeitnah ausgeschrieben.

 

Quelle: BMVI

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