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Straßengeschichte hat keine Lobby

Straßenbau, Heute, Gestern, Deutsche Straßen

»Archiv für Autobahn- und Straßengeschichte«

Eine historisch-wissenschaftliche Interessengemeinschaft stellt sich vor.

Autobahn GeschichteAutobahn Geschichte

Mit der verstärkten Nutzung von Kraftfahrzeugen nach 1920 erlebte der Distanzverkehr auf den Landstraßen eine Renaissance. Jahrzehnte lang war das die Domäne der Eisenbahn gewesen. Somit musste bei Straßenbau und Straßenunterhalt ein neues Kapitel aufgeschlagen werden.

Es entstand eine private Initiative als LückenfüllerAllerdings gibt es in Deutschland bedauerlicherweise kein übergreifendes staatliches Archiv oder eine staatlich geförderte Institution für die Erforschung der Straßengeschichte – eine Folgeder traditionell dezentralen Organisation des Straßenbaus in Deutschland. Doch auch die Ämter in den Bundesländern beschäftigen sich kaum mit der Geschichte des in ihrer Obhut befindlichen Fernstraßennetzes. Alte Bauakten werden, längstens bis zur Grunderneuerung einer Strecke aufbewahrt; Akten-Abgaben an die sammelnden Staatsarchive finden in vielen Fällen eher sporadisch und unsystematisch statt.

Das Deutsche Straßenmuseum in Germersheim kann aufgrund seiner derzeitigen Struktur diesen Mangel nicht ausgleichen Es hält zwar eine umfangreiche Sammlung zur Straßenbautechnik vor und kuratiert Ausstellungen, aber es betreibt keine eigene Forschung.

Der von Bauingenieuren besetzte Ausschuss „Archiv für die Geschichte des Straßen- und Verkehrswesens“ Innerhalb der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen

(FGSV) publiziert im FGSV-Verlag in loser Reihenfolge Monografien bzw. Sammelwerke; allein diese durchaus beachtliche Buchreihe wird vor allem von Interessenlage und Expertise der einzelnen Autoren bestimmt und leistet deshalb keine kontinuierliche Arbeit zur Dokumentation der Straßengeschichte.

Eine private Initiative als Lückenfüller

 Das war der Ansatzpunkt für den promovierten Verkehrshistoriker Reiner Ruppmann, Bad Homburg, und den Informatiker Helmut Schneider, Naumburg (Saale), im Juli 2014 die Interessen-Gemeinschaft »Archiv für Autobahn und Straßengeschichte (AfASG) zu gründen und die gleichnamige, rein privat finanzierte Internet-Plattform aufzubauen.

Beide Initiatoren sind für diese außeruniversitäre Einrichtung ehrenamtlich tätig. Sie sehen ihre Aufgabe darin, mit ihrer publizistischen Arbeit das Gedächtnis an Aufstieg und Evolution des Verkehrswegs ‚Straße’ im 20. Jahrhundert für die Nachwelt zu bewahren und die Ergebnisse der Öffentlichkeit unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Das Archiv sammelt im Rahmen seiner begrenzten personellen, finanziellen und räumlichen Möglichkeiten Schrifttum, Fotos und Tonträger-Dokumente zur Geschichte der Autobahnen und Fernstraßen. Dokumente können als Original oder als Kopie vorliegen. Entscheidend für eine Archivierung ist der historische Wert. Dieser Fundus bildet die Grundlage für eigene Forschungen nach den anerkannten Regeln historisch-wissenschaftlichen Arbeitens.

Eine weltweit einmalig Internet-Plattform

 Entsprechend dem heute üblichen Informationsverhalten werden die Ergebnisse der Archivtätigkeit mit Texten und Bildern ausschließlich auf der Plattform www.strassengeschichte.de veröffentlicht. Alle Beiträge unterliegen gültigen Copyright-Bestimmungen, sind sorgfältig recherchiert, mit Quellen belegt und namentlich gekennzeichnet.

 Begrüßungs-Bildschirm der Website

strassengeschichte, History
http://www.strassengeschichte.de/

Nach Eingabe der Internet-Adresse www.strassengeschichte.de begrüßt ein großformatiges Startbild den Besucher.

Insgesamt sind 240 Fotos hinterlegt. Mit einem Schaltknopf (rechts) lassen sich Informationen zum jeweiligen Titelfoto abrufen.

Suchfunktion

 Die ‚Schnellsuche’ arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie die gebräuchlichen Suchmaschinen: Die Eingabe eines Schlagwortes führt zur Anzeige der Ergebnisliste, aus der dann das Zutreffende auszuwählen ist. Über „Detailsuche“ können bestimmte Suchkriterien vorgegeben werden.

Straßenbaugeschichte

 Struktur des Archivs

Die AfASG-Website ist nach dem Prinzip einer relationalen Datenbank aufgebaut, d. h. Inhaltsseiten und Archivalien sind sachlogisch miteinander verknüpft, ohne jedoch diese internen Links zu übertreiben. So kann sich der Besucher kaum in den Tiefen der Plattform verirren. (Diese von Herrn Schneider programmierte Datenbank-Struktur wird inzwischen auch zur Erfassung von Archivalien im Archiv der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz eingesetzt, wo er ehrenamtlich arbeitet und Archiverfahrung erwirbt.)

Eine Menüleiste mit vier Aufklappfeldern führt zu den Hauptbereichen der Website. Die klare Bezeichnung der dahinter liegenden Themenseiten hilft bei der Navigation.

AFASG Straßengeschichte

Kernbereiche des Menüs AFASG Straßengeschichtesind: Aktuelles, Impressum und Pressespiegel. In „Aktuelles“ steht die jeweils neueste Nachricht oben; ältere Nachrichten können über einen Schaltknopf rechts unten aufgerufen werden.

Das Menü AFASG Straßengeschichte führt zu den Themengruppen über Autobahnen bzw. Bundesstraßen, Brücken & Tunnel sowie Bau, Betrieb & Verkehr. Diese Kapitel werden Schritt für Schritt erweitert. Gibt es zu Einzelbeiträgen neue Erkenntnisse, werden sie eingearbeitet.

Im Menü AFASG Straßengeschichteist besonders auf den „Historischen Kalender“ und das „Glossar Autobahn & Straße“ hinzuweisen.

Der „Historische Kalender“ enthält Angaben zu Ereignissen am gewählten Datum. Bis jetzt sind über 1.000 Einträge, beginnend mit dem Jahr 1909, verzeichnet. Soweit grafische Darstellungen des Ereignisses vorhanden sind, illustrieren diese das Geschilderte. Das „Glossar“ beschreibt mit wenigen Sätzen Begriffe oder Personen, die in den Beiträgen der Website erwähnt sind.

Die Gruppe AFASG Straßengeschichtezeigt die verschiedenen Arten der im Archiv verwahrten Bestände. In der Regel werden alle Archivalien mit einem Bild des Einbandes, dem Inhaltsverzeichnis und Erläuterungen präsentiert.

Bei Büchern und Broschüren kommt häufig ergänzend eine Buchbesprechung hinzu.

AFASG Straßengeschichte

Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das eigene Forschungsprojekt.

AFASG Straßengeschichte

Die insgesamt 55 Bücher und Schriften aus den Jahren 1924 – 1932 vermitteln erstmalig eine umfassende Übersicht über die Anfänge des Teer-, Asphalt- und Beton-Straßenbaus. Ein solches technik-historisches Kompendium mit ausführlichen Erläuterungen und Hintergrund- Informationen fehlte bisher in der verkehrshistorischen Forschung.

AFASG Straßengeschichte

Dieses Angebot stellt einen bedeutenden Teil der Sammlung zur Autobahn- und Straßengeschichte dar. Artikel in Zeitungen und Zeitschriften dokumentieren die zeitgenössische gesellschaftliche Situation bei der Umsetzung von Straßenverkehrsprojekten. So wird den heutigen Lesern ermöglicht, die geschilderten Konstellationen als Motor des Erfolgs oder als Ursache des Scheiterns nachzuvollziehen. Diese Kenntnisse sind wichtig für das Verständnis, warum eine Entwicklung so und nicht anders verlaufen ist.

Ausgewählte Beispiele zum Inhalt

Die Internet-Plattform des Archivs für Autobahn und Straßengeschichte ist nicht nur für die Veröffentlichung eigener Aufsätze konzipiert, sondern ist auch für die Zusammenarbeit mit anderen Forschern offen. Selbstverständlich können Dritte die Beratung der Archiv-Redaktion in Anspruch nehmen und sich – sofern möglich – mit Dokumenten unterstützen lassen.

Wie erfolgreich eine solche Zusammenarbeit sein kann, zeigen die beiden folgenden Beispiele. Ein Autobahn-Freund in Sachsen hat insgesamt elf fundierte Studien zur Verfügung gestellt und dafür das Copyright erteilt. Sie sind namentlich gekennzeichnet und nach seinen Vorstellungen im Internet publiziert worden.

AFASG Straßengeschichte

Der Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte Eschollbrücken-Eich 1982 e.V. wandte sich vor einiger Zeit mit Korrekturhinweisen zu einem vorhandenen Beitrag des Archivs an die Redaktion. Daraus entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit, von der beide Seiten profitierten.

AFASG Straßengeschichte

Gerade in städtischen und regionalen Archiven entlang der Strecken gibt es immer noch bisher unbekanntes Material zur Autobahn- und Straßengeschichte zu entdecken. Hier könnten vor allem Ortshistoriker ein vielversprechendes Betätigungsfeld finden. Zu den Untersuchungsobjekten zählt auch, was den Verkehr auf den Straßen überhaupt erst möglich macht: Autobahn- und Straßenmeistereien, Tank- und Rast-Anlagen, Parkplätze, Autobahnpolizei und Serviceeinrichtungen wie z. B. Rettungs- oder Abschleppdienste.

Ebenso schlummern in den Verwaltungsakten der Straßenbehörden in den Bundesländern ungehobene Schätze, die es wert wären, aktiviert zu werden. Dazu müssten aber Verkehrshistoriker und Heimatforscher problemlos Zugang zu den Unterlagen erhalten.

Internationale Vernetzung

 Inzwischen haben sich gute Kontakte zu verschiedenen ausländischen Institutionen ergeben. Die Link-Sammlung enthält unter anderem die Internetadressen relevanter Websites.

AFASG Straßengeschichte

Wenn irgend greifbar, sammelt das Archiv auch internationale Literatur zur Straßengeschichte. Das Schrifttum-Verzeichnis hat ein beachtliches Volumen erreicht. Im Vordergrund stehen Bücher aus dem angelsächsischen Sprachraum, weil dort von Hochschulen und Institutionen wesentlich mehr zur Straßengeschichte geforscht und publiziert wird als hierzulande.

AFASG Straßengeschichte

Im Dienste des Denkmalschutzes

 Einen Höhepunkt der Arbeit des Jahre 2015 bildete die Feierstunde zur Wiederaufstellung des 1958 von Willy Brandt, dem damaligen Regierender Bürgermeister von Berlin am Frankfurter Kreuz eingeweihten Berliner Meilensteins. Es war der Lohn für den unermüdlichen Einsatz zur Rettung dieses Kleindenkmals von Michael Damm (Initiative Denkmalschutz für Berliner Meilen-steine, Frankfurt am Main) und dem AfASG-Redakteur Reiner Ruppmann, Bad Homburg. Wirkungsvolle Unterstützung fand das Projekt durch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, die zuständige Behörde Hessen Mobil – Straßen und Verkehrsmanagement, die FRAPORT AG undnicht zuletzt durch das kooperative Team der Straßen- und Autobahnmeisterei Frankfurt am Main.

Zur Einweihung des renovierten Original-Steins am 25. September 2015 versammelten sich am Frankfurter Luftbrückendenkmal auf Einladung der FRAPORT AG Repräsentanten dieses Unternehmens, der Stadt Frankfurt am Main und von Hessen Mobil, viele Mitglieder des Verein Luftbrückenchapter und die Presse.

Berliner Stein Straßenbaugeschichte

Die Enthüllung des Berliner Steins nahmen vor (v.l.n.r.): Michael Damm (Initiative Denkmalschutz für Berliner Meilensteine), Reiner Ruppmann (Archiv für Autobahn- und Straßengeschichte), Michael Müller (FRAPORT Vorstand Arbeit) und Stephan Siegler (Stadtverordnetenvorsteher Stadt Frankfurt am Main).

Auf der AfASG-Website findet sich eine umfangreiche Dokumentation zu Berliner Meilensteinen an Autobahnen und Landstraßen (siehe dazu auch die Website von Michael Damm http://berliner-meilensteine.de). Die Sammlung wird im Laufe der Zeit ergänzt.

Über weitere noch nicht abgeschlossene Denkmalschutz-Bemühungen wird zur gegebenen Zeit auf unserer Website berichtet. Aufsätze zu solchen Aktivitäten des Archivs werden auch in „Denkmalpflege & Kulturgeschichte“, dem Fachorgan Landesamt für Denkmalpflege Hessen übernommen.

Öffentlichkeitsarbeit

Unser Archiv erhält von Redaktionen renommierter Fachzeitschriften für Historiker immer wieder die Möglichkeit, Artikel zu schreiben oder neue Bücher zur Straßengeschichte zu besprechen. In der Regel werden diese Rezensionen mit einer kleinen zeitlichen Verzögerung auf die eigene Website übernommen, je nach Copyright auch in der Originalversion. Beispiele finden sich in den Schrifttum Rubriken „Bücher & Broschüren“ sowie „Internationale Literatur“.


 

 Kontakt

Der Internetauftritt des Archivs für Autobahn und Straßengeschichte ist über drei Domains zu erreichen:

Die E-Mail-Adressen der Redaktionen lauten:

 

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