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Bitumen

Bitumen, Teer, Oel, Asphalt

Bitumen ist das älteste bekannte Mineralölprodukt und ist ebenso wie Rohöl ein Naturprodukt. Es kann in der Natur als „Naturasphalt“ auftreten, welcher sich in langen geologischen Zeiträumen durch Verdunsten der leichter siedenden Anteile des Erdöls gebildet hat. Aufgrund der biologischen Herkunft besteht Bitumen hauptsächlich aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Es ist ein schwer flüchtiges, dunkelfarbiges Vielstoffgemisch organischer Substanzen, dessen elastoviskoses Verhalten sich mit der Temperatur ändert. Bei normalen Temperaturen halbfest bis springhart, wird es bei Erwärmung erst knetbar, dann zähflüssig und schließlich zwischen 150 und 200 °C dünnflüssig. Beim Abkühlen nimmt Bitumen wieder die ursprüngliche Beschaffenheit an. Bitumen sind kolloidal aufgebaute Bindemittelsysteme. Zu den Kolloidteilchen zählen die Asphaltene, Maltene und Asphaltharze.

Im Herstellungsprozess in der Raffinerie wird Bitumen von den destillierbaren Anteilen des Erdöls getrennt. Bitumen wird gezielt produziert, wobei verbindliche technische Normen die Produktion sowie die Anwendung regeln. So lässt sich Bitumen auch nur aus geeigneten Rohölen gewinnen. In einigen Erdölraffinerien, sofern deren technische Ausstattung dies zulässt und eine entsprechende Verfügbarkeit bitumenfähiger Rohöle gegeben ist, wird Bitumen saisonabhängig hergestellt. Weitere Informationen zur Herstellung finden Sie hier

Bitumen ist nicht Teer. Anders als bei Bitumen, ist Kohle die Ausgangsbasis von Teer und spiegelt somit ein vollkommen anderes Produkt wieder. Demnach sind auch völlig andere Verarbeitungsprozesse notwendig. Seit vielen Jahren darf Teer im Straßenbau überhaupt nicht mehr eingesetzt werden, da es im Gegensatz zu Bitumen als krebserregend eingestuft worden ist.

Rund 80% der Bitumenproduktion in Deutschland kommt im Asphaltstraßenbau zum Einsatz. Gerade hier zeigt Bitumen seine besondere Wirtschaftlichkeit. Geeignet für alle Bauklassen (vom Radweg bis zur hochbelasteten Autobahn) erfüllen hochentwickelte Bitumenqualitäten alle Anforderungen an moderne Asphaltbauweisen. Es gelingt heute Asphaltstraßen für jedes Klima und für jede Verkehrsbelastung zu konzipieren.

Zu den besonderen Vorteilen der Asphaltbauweise zählen:

  • Gute Griffigkeit
  • Herausragender Nutzungskomfort, wie fugenlose, ebene und aufgehellte Fahrbahnen
  • Lärmarme Fahrbahnbeläge
  • Frühe Verkehrsfreigaben
  • Zügige und nachhaltige Instandsetzung (z.B. nachträglicher Leitungsbau)
  • Ökologische Unbedenklichkeit
  • Nahezu unbegrenzte Recyclingfähigkeit

Die Weiterentwicklungen in den letzten Jahren haben einen aktiven Beitrag zur Lärmreduzierung geleistet. Weitere Verwendung finden Bitumen in der Dach- und Dichtungsbahnindustrie, für Bautenschutzmittel, Farben, Lacke und Dämmstoffe. Sogar bei der Herstellung von speziellen feuchtigkeitsbeständigen Papieren stellt Bitumen einen wertvollen Werkstoff dar.

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